Christoph Meckel (1935 - 2020)

Amüsierpapiere oder Bilder aus Phantasus’ Bauchladen

München: Ellermann,1969

[21] Bl., Ölkreide, Mischtechnik

24 x 32 cm, farb. Vorsätze, farb. Pb.

 

„Dieses Buch gehört nicht ins Museum.“
Das Buch und seine Geschichte

Das Buch besteht aus einer Sammlung von 16 farbigen Blättern, einer Vignette und einer Zeichnung mit schwarzer Kreide, die Meckel zwischen 1965 und 1969 gezeichnet hat. Meist überwiegen kompakt wirkende Ölkreiden, „diese Dampfwalzen unter den Instrumenten des Zeichners“, wie der Künstler sie in seiner kleinen Einführung nennt. Bei ihm jedoch entfalten die bunten Blätter in Verbindung mit Feder, Tusche und verriebenen Farben eine beschwingte Leichtigkeit, die dem Tenor der zur Unterhaltung entstandenen Phantasiebilder entsprechen. „Dieses Buch gehört nicht ins Museum“ lautet der erste Satz der Einleitung. Es sei „zum Privatgebrauch humorloser Leute und berufener wie unberufener Interpreten“ gedacht. Jedes Blatt trägt einen Titel, der nichts erklärt, vielmehr dazu anregt, dem „Bauchladen des Phantasus, dem unverwüstlichen Antiquar und Hausierer“ zu misstrauen und eigene Assoziationen zuzulassen. Die scheinbare Einfachheit der Zeichnung, die mitunter an Kinderzeichnungen erinnert, ist jedoch eine subtil geführte falsche Fährte. Sehr schnell erfährt der Betrachter wie sehr seine eigene Fantasie gefragt ist, lässt er sich wirklich auf das Angebot des Amüsierens ein.

Kurzvita

Christoph Meckel, geboren 1935 in Berlin, gestorben 2020 in Freiburg, lebte als Schriftsteller, Zeichner und Grafiker in Berlin, Südfrankreich und in Freiburg. Als Lyriker, Erzähler und Romanautor vielfach ausgezeichnet, blickt er zudem auf ein umfangreiches bildkünstlerisches Werk.

1954 beginnt er ein Grafikstudium an der Kunstakademie in Freiburg, später setzt er seine Studien in München bei Richard Seewald fort. 1956 veröffentlicht er erste Gedichte, 1959 seinen ersten Grafikband. Er schreibt zahlreiche Romane, Erzählungen und Lyrik. Neben Poesie und schriftstellerischen Arbeiten entstehen umfangreiche Radierzyklen, Illustrationen zu Texten anderer Autoren und einige Kinderbücher. Als Technik bevorzugt er Schwarzweiß-Radierungen und farbige Ölkreidezeichnungen, häufig mit Schriftelementen. Meckel sieht sich selbst als Zeichner, obwohl er seine Arbeiten häufig malerisch mit schraffierten Flächen und ornamentalen Hintergründen anlegt. Zeichnen und Schreiben sind für den Künstler gleichwertige Ausdrucksmöglichkeiten. Gleichwohl findet besonders sein lyrisches Werk in Deutschland große Aufmerksamkeit.

Literatur/Links

Ausstellungskatalog: Christoph Meckel. Beginn eines Sommers. Bücher und Bilder für Kinder
Troisdorf: Museum der Stadt Troisdorf, 2001

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