Jean de Brunhoff (1899 - 1937)

Babar auf Reisen

A. d. Französischen von Hans Manz

Zürich: Diogenes, 1978

48 S., lav. Federzeichnung

37 x 27 cm, Pd., Hln

 

Gedruckt nach den Originalfilmen der franz. Erstausgabe

 

OA: Le voyage de Babar

Paris: Jardin des Modes, 1932

Maurice Sendak, 1981,"(...) erkenne ich, dass Babar genau jene Elemente enthält, die meiner Meinung nach aus einem Bilderbuch ein Kunstwerk machen."
Das Buch und seine Geschichte

Dieser zweite Band erscheint nur ein Jahr nach dem ersten. Babar geht auf Hochzeitsreise. Gleich die erste Doppelseite glänzt mit der Aufsicht auf eine eindrucksvolle Meeresbucht, mit einem Dorf, Strand, Wiesen, Feldern und Wald. Darüber Babar mit Celeste als Ballonreisende. Wieder folgen zahlreiche Abenteuer: Der Ballon stürzt ins Meer, die beiden Elefanten retten sich auf eine Insel, werden von Menschenfressern bedroht, von einem Passagierdampfer aufgenommen. Sie treten im Zirkus auf und verbringen Skiferien mit der alten Dame, veranschaulicht auf einer detailreichen Doppelseite, die die skifahrenden Elefanten vor der verschneiten Bergkulisse zeigt. Am Schluss besiegt Babar die bösartigen Nashörner mit einer fröhlichen List und es herrscht wieder Frieden im Elefantenland.

 

Auch dieses „Album“, wie in Frankreich die Bilderbücher genannt werden, ist eine Art Objektbuch, das das simultane Erzählen mit Bildern und Text zum künstlerischen Anspruch erhebt.

 

„Mit einem Abstand von dreißig Jahren erkenne ich, dass Babar genau jene Elemente enthält, die meiner Meinung nach aus einem Bilderbuch ein Kunstwerk machen. Die Illustrationen sind eng mit der lockeren Prosa verknüpft, die wegen ihrer Leichtigkeit im Ausdruck bemerkenswert ist. In den Bildern wird Babars Welt skizziert – weit über das hinaus, was die Worte sagen.“ (M. Sendak in: Caldecott & Co., S. 89)

Kurzvita

Jean de Brunhoff, geb. 1899 in Paris, gest. 1937 in Montana/Schweiz, französischer Maler und Autor, ist weltbekannt geworden mit seinen Bilderbüchern über Babar, den kleinen Elefanten.

 

Der Sohn eines Kunstverlegers studiert Malerei an einer privaten Akademie in Paris. Später arbeitet und studiert er bei dem Künstler Othon Friesz (1879 – 1949) in dessen Atelier, einem Vertreter des Fauvismus. De Brunhoff sah sich, Maurice Sendak zufolge, als Maler am Rande der französischen Avantgarde.

Brunhoff erkrankte Anfang der 30er Jahre schwer an Tuberkulose. Seine Babar-Bücher gelten als Weg des Künstlers, auch während langer Aufenthalte in Schweizer Sanatorien Kontakt zu seinen Kindern zu halten.

 

Besonders in Frankreich gilt de Brunhoff als der bekannteste Erneuerer des modernen Bilderbuchs. Schon das Format - übergroß, gedruckt auf gutem Papier und bei einem Umfang von 48 Seiten, ist es vergleichbar mit nur wenigen Bilderbüchern zuvor, beispielsweise von André Hellé (1911) und Edy Legrand (1919), die beide in ihrer Zeit mit großformatigen Ausgaben glänzen konnten. Die Verlegerfamilie de Brunhoff, die mit opulent illustrierten und gedruckten Zeitschriften hervorgetreten ist, hat sicher wesentlich zur ungewöhnlichen drucktechnischen Ausgestaltung der Babar-Bücher beigetragen.

 

Maurice Sendak, ist nicht müde geworden, auf die besondere Bedeutung dieses Künstlers hinzuweisen.

 

Weitere Bände: Le Roi Babar (1933) ABC de Babar (1934) Les Vacances de Zéphir (1936). Die Babar-Geschichten wurden von seinen Söhnen, besonders von Laurent, weitergeführt.

Literatur/Links

Jean and Laurent de Brunhoff, Babar's Anniversary Album: Six Favorite Stories, with an Introduction by Maurice Sendak and family photos and captions by Laurent de Brunhoff
New York: Random House, 1981

 

Maurice Sendak: Jean de Brunhoff 

In: Caldecott & Co. Gedanken zu Büchern und Bildern

Frankfurt/Main: S. Fischer, 1999, S. 87ff.

(OA: New York, 1988)

 

Helena Bertodano: Elephants and old masters

In: The Telegraph, 15. Sept. 2003

 

Christine Nelson: Drawing Babar

New York: Pierpont Morgan Library, 2008

Ausstellungskatalog

 

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