Élisabeth Ivanovsky (1910 - 2006)

Cirkus

Mit einem Nachwort von Georges Meurant

Nantes: Éditions MeMo, 2010

[7] Bl., Pochoir, gedruckt in 24 Farben, ohne Text

30 cm x 35,5 cm, Pd., farb. Cover

 

OA: 1933 in 54 Exemplaren mit Originalgrafik, Antwerpen: Uitgeverij Tyl

 

Das Buch und seine Geschichte

Ursprünglich als Aquarelle gestaltet, setzt die junge Künstlerin ihre Bilder in Pochoirtechnik um, die es ermöglicht, eine kleine Auflage mit Originalgrafik in 24 Farben zu drucken. In Erinnerung an den Wanderzirkus in ihrer russischen Heimat gestaltet sie freie Bilder und fügt auch für die Buchform keine Texte hinzu.

 Das erste Blatt zeigt eine abstrakte Komposition mit drei Clowns. Weiter geht es mit einer dynamisch diagonal angelegten Tigerdressur, schwingenden Akrobaten und endet mit einem jonglierenden Artistenpaar. Der Manegenraum ist stets angedeutet, häufig sogar das Zeltdach. Viele Bildelemente sind geometrischen Grundformen angelehnt und strahlen dennoch Dynamik und Bewegung aus. Die meist zarten, abgetönten Farben, die jeder Seite einen eigenen Farbklang verleihen, wirken luftig und weit. Viele der kleinen und größeren Farbflächen lassen durch einen leicht pudrig wirkenden Farbauftrag den Bildgrund durchscheinen. Auf vielfältige Weise spiegeln die Bilder Kunstströmungen der Avantgarde des 20. Jahrhunderts wider, den russischen Konstruktivismus ebenso wie die Malerei des Bauhauses und von de Stijl.

Kurzvita

Élisabeth Ivanovsky, geboren 1910 in Bessarabien, gestorben 2006 in Brüssel. Sie arbeitet als Malerin, Grafikerin und wird später vor allem als Illustratorin bekannt.

 

Ivanovsky studiert zunächst an der Kunsthochschule der Hauptstadt Kischinew, die 1919 Rumänien zugeschlagen wird. Mit 22 Jahren emigriert sie nach Brüssel und studiert dort an der belgischen Kunstschule „La Cambre“, gegründet 1927 von Henry van de Velde als belgisches „Bauhaus“. Sie widmet sich der Landschafts- und Porträtmalerei und arbeitet als Druckgrafikerin und Bühnenbildnerin. Ihr besonderes Interesse gilt der Pochoir-Technik (Schablonentechnik) und der Monotypie. 1944 heiratet sie den belgischen Schriftsteller René Meurant und erwirbt die belgische Staatsbürgerschaft. Mit ihm hat sie drei Kinder. Bekannt wird sie später vor allem als Illustratorin von Kinderbüchern, häufig für sehr kleine Kinder. In Belgien gilt sie als einflussreiche Illustratorin mit einem umfangreichen Werk von mehr als 300 Titeln in über 20 Sprachen

 

The simplest approach is to consider the blank page of a book as a stage on which the illustrator places everything that has been discovered in the text. (...) I will never cease to wonder at this mystery of the transformation of the word into an image. (Panorama, S. 68)   

Literatur/Links

Panorama. 40 Illustrateurs de Wallonie et de Bruxelles, Brüssel, 2007

Sur la page blanche, tout est possible, Élisabeth Ivanovsky, Georges Meurant, MéMo, Paris 2017.

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