Edward Steichen (1879 -1973)

Das erste Bilderbuch. Alltägliche Dinge für Kleinkinder

Fotografien von Edward Steichen

Text von Mary Steichen Calderone

Nachwort von John Updike

In Zusammenarbeit mit dem Whitney Museum of American Art, New York

Zürich: Der Alltag/Scalo, 1991

68 S.,Hln.

21,5 x 18,5 cm, 24 sw. Fotos

 

OA: The First Picture Book Every-Day Things for Babies,Umbra Editions,New York, 1930

 

 

Ein Foto-Bilderbuch vom Kurator der Ausstellung "The Family of Man", 1955
Das Buch und seine Geschichte

Die Originalausgabe erscheint erstmals 1930 bei Umbra Editions, New York. Steichen arbeitet zusammen mit seiner Tochter noch an zwei weiteren Projekten: The Second Picture Book und Every Day Things for Babies (nicht erschienen)

John Updike zitiert in seinem Nachwort den Fotografen folgendermaßen:“ Ich fotografierte realistische Stilleben von Gegenständen, die ein kleines Kind als Teil seines Lebens erkennen kann.“ Damit sind sowohl die ästhetische Gestaltung dieser „ersten Bilder“ angesprochen als auch das pädagogische Bemühen, das seine Tochter in ihrem Text fordert. Sie findet damals kein sie überzeugendes Buch für sehr kleine Kinder und bittet ihren Vater um Abhilfe.

Die Bildfolge beginnt mit dem Foto eines Butterbrotes auf einem Teller, dazu ein Milchbecher. Es folgen Plüschteddy mit Ball, ein Wecker, Kamm und Bürste und endet mit einem hölzernen Bollerwagen voller Steine auf einer Wiese. Auffällig an diesen Bildern ist die meist gewählte Aufsicht auf die Gegenstände, d.h. die Kamera schaut leicht schräg von oben herab. Auch sind die Dinge im Bildformat arrangiert und so ausgeleuchtet, dass kein Schatten fällt und so die Formen durch ihre Wiederholung verunklären könnte. Häufig wählt Steichen diagonale Anordnungen oder er sucht sorgfältig einen dunklen, neutralen Hintergrund als Kontrast oder zur Verstärkung des räumlichen Eindrucks. Gelegentlich dominiert der realistische Zusammenhang in Form einer Tischdecke, eines Teppichs, von Sand, Wiese oder einer Fensterscheibe. Die Fotos sind hoch artifizielle Bilder in ihrem Bemühen, sowohl der Gegenstandswelt als auch der künstlerischen Form eines Stillebens zu entsprechen. Den Realismus, den die Tochter fordert, übersteigert der Fotograf mit großer Könnerschaft in Bilder, die mehr sind als bloßes Abbild.

Kurzvita

Edward Steichen, geb. 1879 in Bivange/Luxemburg, gest. 1973 in West Redding, Connecticut, zählt zu den bekanntesten Fotografen des frühen 20. Jahrhunderts mit einem umfangreichen fotografischen Werk.

1881 wandert seine Familie in die USA aus. Von 1894 bis 1898 absolviert er eine Ausbildung als Lithograf, sieht sich selbst jedoch eher als Maler und bald schon als Fotograf. 1899 hat er seine erste Fotoausstellung, 1905 eröffnet er zusammen mit dem Fotografen Alfred Stieglitz eine Fotogalerie in New York und betreibt höchst erfolgreich ein Studio für Porträtfotografie. Nach seiner Zeit als Kriegsfotograf im I. Weltkrieg arbeitet er vor allem als Modefotograf für Vanity Fair und Vogue. Seine Aufnahmen sind häufig geprägt von einem malerischen Blick mit dem Bemühen um Stimmungen und Tonalität. Von 1947 bis 1962 leitet er die Fotoabteilung des New Yorker Museum of Modern Art. Mit seinem Ausstellungsprojekt „The Family of Man“ erzielt er ab 1955 große Aufmerksamkeit, versammelt er doch etwa 500 Aufnahmen von etwa 270 Fotografen aus knapp 70 Ländern. Sein Nachlass wird im Museum of Modern Art im Edward Steichen Archive gepflegt.

Literatur/Links

Website of the Estate od Edward Steichen https://www.edwardsteichen.com/books

A.D.Coleman u.a.(hrsg.): Edward Steichen. Ein Leben für die Fotografie, Ostfildern: Hatje Cantz, 2007

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