Leo Lionni (1910 - 1999)

Das kleine Blau und das kleine Gelb

A. d. Engl. und in Verse gesetzt von Günter Strobach
Hamburg: Friedrich Oetinger Verlag, 2009
Reprint der deutschen Erstausgabe von 1962
[22] Bl., Collagen aus geriss., farb. Papieren, Offsetdruck
20,5 x 21,3 cm, farb. Pd.

 

OA: Little Blue and Little Yellow, New York: McDowell Obolensky, 1959

„Es ist das einzig wirklich konkrete Bilderbuch, das ich gemacht habe.“
Das Buch und seine Geschichte

Das kleine quadratische Bilderbuch mit gerissenen, farbigen, abstrakten Figuren erzählt von zwei Farbflächen (in der deutschen Fassung wird von Kindern gesprochen), dem kleinen Gelb und dem kleinen Blau, die miteinander spielen, sich suchen und finden und dabei plötzlich zu einem kleinen Grün verschmelzen, bis sie wieder ihre richtige Farbe wieder erlangen. Es ist gleichzeitig eine kleine Farbenlehre als auch eine liebevolle Eltern-Kind-Geschichte.

 

Die Entstehungsgeschichte seines ersten Bilderbuchs hat Lionni in seiner Autobiographie geschildert. Das Buch entstand während einer Zugfahrt in New York, als die Enkel, der fünfjährige Pippo und Annie, drei Jahre alt, unterhalten werden wollten. Mit gerissenen Schnipseln aus einer farbigen Seite des Life Magazins erfand er eine Geschichte, die er, zu Hause angekommen, unter dem Beifall der Kinder ausgearbeitet hat.

 

Das „Kleine Blau und das kleine Gelb“ wurde als erstes abstraktes Bilderbuch bezeichnet, doch Lionni betont: “Es ist das einzige wirklich konkrete Bilderbuch, das ich gemacht habe. Seine Figuren bedeuten nichts anders als was sie sind: ein kleines Blau und ein kleines Gelb. Das ist einzigartig.“ (Interview, September 1990)

Kurzvita

Leo Lionni, geboren 1910 in Amsterdam, gestorben 1999 in Radda / Chianti, Italien, als vielfach ausgezeichneter Grafik-Designer, Maler, Bildhauer und international anerkannter Bilderbuchkünstler.

 

Von Jugend an widmet sich Lionni dem Zeichnen und Malen, erhält jedoch nie eine künstlerische Ausbildung. 1925 zieht die Familie nach Genua. Dort besucht er eine technische Oberschule, um anschließend Wirtschaftswissenschaften zu studieren. Das Studium schließt er 1935 mit einer Promotion ab. Seit 1931 in Mailand im Umkreis der italienischen Künstlergruppe der Futuristen lebend, arbeitet er auch als Maler, Fotograf und Werbegrafiker. 1939 wandert er in die USA aus und lebt seit 1941 als Art Director in Philadelphia. 1947 kann er in einer ersten Einzelausstellung seine Bilder in New York zeigen. Von 1949 bis 1960 arbeitet er dort als Art Director des Fortune-Magazine, Mitherausgeber des Print-Magazins und im eigenen Studio.

 

Lionni sieht sich von Anfang an als Künstler/Designer und bezieht als einer der ersten Bildende Künstler in die Werbegrafik ein, mit denen er oft freundschaftlichen Kontakt pflegt. Besonders fühlt er sich den Ideen des Bauhauses verbunden und sieht grafisches Design als integralen und bedeutenden Bestandteil der Kunst.

 

Seit 1962 lebt er bis zu seinem Tod vor allem in Italien. Neben seiner Arbeit als Bildhauer und Maler widmet er sich fortan besonders Bilderbüchern, für die er auch die Texte selbst schreibt. „Geschichten erzählen war das Wesentliche meines Stils“, schreibt er in seiner Autobiographie und bezieht diese Feststellung nicht nur auf seine Bücher. In einer Rede in der Library of Congress in Washington erklärt er „...like all fiction, illustrated children’s books are inevitably autobiography.“ Und: „Like Swimmy, the creator of picture books for children has the responsibility to see for the others. He has the power and hence the mission to reveal beauty and meaning. A good picture book should have both.“

Literatur/Links

Leo Lionni, Before Images, in: The Horn Book Magazine, Nov./Dec.1984

 

Leo Lionni, Zwischen Zeiten und Welten. Autobiographie München: Middelhauve 1998,

OA: Between Worlds, New York: A. Knopf, Inc.,1997

 

Leo Lionni, Me as in Mouse,in: Leo Lionni at the Library of Congress, Washington, Library of Congress, 1993


Steven Heller, Many Things to Many People, in: Leo Lionni at the Library of Congress, s.o.

 

Barbara Scharioth, Leo Lionni zum 8o. In: Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel, September 1990


Leo Lionni, L’immaginario come mestiere (etwa: Fantasie als Beruf) Milano: Electa, 1990

(Ausstellungskatalog, Bologna, Galleria d’Arte Moderna, 1990)

 

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