Hans Leip (1893 – 1983)

Das Zauberschiff

(The Magic Ship)

Ein Bilderbuch nicht nur für Kinder

In deutscher und englischer Sprache

Recklinghausen: Georg Bitter Verlag, 1974

[16] BL.,13 Bildtafeln mit aquarellierten Zeichnungen

28,3 x 26 cm, Pb.

 

OA: Hammerich & Lesser, 1947

Das Buch und seine Geschichte

Im Nachdruck findet sich die Widmung: In Gedenken an Heino Springer, meinen ersten Verleger, seinem Sohn Axel, der dieses Bilderbuch 1947 zuerst herausbrachte und nun die Neuauflage gefördert und die Originale aus seinem Besitz dazu hergeliehen, in Dankbarkeit gewidmet. Und, wie schon in der Erstausgabe: Meinen vier Töchtern Grita, Lore, Hilke und Agathe.

 Im Vorwort zur Originalausgabe aus dem Jahr 1947 schreibt Hans Leip: Seit 20 Jahren geplant, entstanden im Galtenberghaus zu Alpach bei Brixlegg in Tirol im Mai/Juni 1946.

 In kurzen Episoden erzählt Jan Himp, der Matrose, von einer verkehrten Welt, in der alles Kleine groß und alles Grosse klein ist, vom Land Fantala, wo die Kinder auf Sternenschaukeln sitzen, vom alten Lindwurm, der sich die Krallen schneiden lässt und dafür Knödel bekommt, oder vom Mann im Mond, der sich von bedrückten Seufzern der Menschen ernährt. Die letzte Geschichte, „Heimkehr“, erzählt von einer Zukunft, in der „die Dummheit des Krieges“ ein Ende hat. Dazu malt Leip ein Bild mit fröhlich winkenden Mädchen vor der Kulisse der Hamburger Kirchtürme und Speicherhäuser und Früchte, Brot, Wurst und Käse.

 Es gibt noch viele solcher direkten Zeitbezüge wie z.B. im Bild „Die Armen und die Reichen“ mit zerstörten Häusern, blassen Hungergestalten und dem einarmigen Drehorgelmann.

Leips Aquarellbilder sind bewusst randlos gestaltete Tableaus, auf denen sich häufig viele einzelne Szenen zu einem Ganzen verbinden, das mit seiner die Motive anschneidenden Struktur weit über das Bild hinausweist. Sie entsprechen damit der assoziativen Erzählstruktur der Texte. In ihrer Sperrigkeit und sozialkritischen Haltung erinnern sie an Bilder von George Grosz und Otto Dix. 

Kurzvita

Hans Leip, geboren 1893 in Hamburg, gestorben 1983 in Fruthwilen/Schweiz, ist bekannt geworden als Schriftsteller, Grafiker und Maler. Er veröffentlicht etwa 80 Bücher, darunter zahlreiche Erzählungen, Romane, Lyrik, Hörspiele und Drehbücher und hinterlässt ein umfangreiches bildkünstlerisches Werk.

 

Von 1900 bis 1905 besucht er die Volksschule des Reformpädagogen Heinrich Wolgast im Hamburger Stadtteil St. Georg, absolviert ein Lehrerseminar und arbeitet ab 1914 als Lehrer. Im Ersten Weltkrieg wird er verwundet und studiert von 1917 bis 1919 Kunstgeschichte. Er besucht die kunstpädagogischen Vorlesungen von Alfred Lichtwark und nimmt an Zeichenkursen teil. Seit 1920 lebt er als freier Künstler und Schriftsteller.

 

Berühmt wird sein Gedicht „Lilli Marleen“, das er bereits im Ersten Weltkrieg schreibt und das 1937 vertont wird.

 

Sein einziges Kinderbuch widmet er seinen vier Töchtern Grita, geb.1920, Lore, geb.1925, Hilke, geb.1928 und Agathe, geb.1944.

 

Literatur/Links

Hans Leip als Zeichner und Maler, Ausstellungskatalog, Hamburg, 1969

Rüdiger Schütt: Dichter gibt es nur im Himmel, Hamburg 2001

Zurück zur Sammlung