Remy Charlip (1929 - 2012)

Fortunately

New York: Parents' Magazine Press, 1964

New York: Simon & Schuster, 1993

[22] Bl., Feder, Gouache

26,2 x 19 cm, Pb

 

Franz. Ausgabe: Heureusement

Nantes: Éditions MeMo, 2011

Das Buch und seine Geschichte

Dies ist eine heitere Geschichte über das Glück, dem manchmal etwas in die Quere kommt. In New York erhält der Junge Ned eine Einladung zu einem Fest, das – leider – in Florida stattfindet. Er kann sich ein Flugzeug leihen, dessen Motor – leider – explodiert. Von Seite zu Seite folgen wir Neds ungewöhnlichen Problemen, beim Umblättern folgt ein gutes auf ein schlechtes Ereignis und wieder ein gutes. Das ist ebenso lustig wie komisch anzuschauen. Der Künstler spielt mit einer naiv-realistischen Formensprache, mit Farbwechseln, Nahsicht und Totale und einer dynamischen Bildgestaltung, die geradezu dazu treibt, weiterzublättern, umso rascher wieder von vorne beginnen zu können. Das Ganze ist so augenzwinkernd absurd, dass auch die Gefahr, von Haien mit fürchterlichen Zähnen zerfleischt zu werden, nicht wirklich Angst macht, hat Ned doch den bedrohlichen Schwarm auf der nächsten Seite weit hinter sich gelassen. Dazu der lapidare Kommentar: „Glücklicherweise konnte er schwimmen.“ Auch vor den Tigern kann er weglaufen, denn „er lief sehr schnell“.

 

Den Wechsel von Gefahr oder Missgeschick und glücklich-überraschender Rettung stellt Charlip mit der Folge von Schwarzweiß- und farbigen Doppelseiten heraus. Natürlich endet die abenteuerliche Reise mitten in seiner eigenen Geburtstagsfeier. Dazu malt Charlip ein buntes, rosarot unterlegtes Bild mit fröhlichen Menschen und einem üppigen Geburtstagstisch. Das Buch ist bis heute immer wieder neu erschienen und in den USA ein Klassiker.

Kurzvita

Remy Charlip, geboren 1929 in New York, gestorben 2012 in San Francisco, ist ein vielseitig begabter Künstler, der als Tänzer, Choreograf, Kostümbildner, Theaterleiter und Kinderbuchautor und -illustrator bekannt wird.

 

Nach dem Besuch einer Textil High School in New York studiert er Kunst am Cooper Union College, ebenfalls New York. Zwischen 1951 und 1953 hält er sich häufig am Black Mountain College, Nashville, North Carolin, auf. Dort trifft er auf viele Avantgarde-Künstler, darunter Maler, Autoren, Film- und Theaterleute. Sein besonderes Interesse gilt schon bald dem Tanz. Lange Jahre arbeitet er mit Merce Cunningham und John Cage zusammen, für die er auch Kostüme entwirft. In den 60er Jahren entwickelt er seine „air mail dances“, bei denen er die Tänzer mit cartoonartigen seriellen Strichzeichnungen anregt, eigene Tanzfiguren und -geschichten zu erfinden und choreographisch umzusetzen.

 

Gleichzeitig entwickelt er Bilderbücher, die zunächst eher als Spielerei mit „Dress up...“ beginnen. Er ist Mitbegründer der seit 1958 bestehenden New York Paper Bag Players, einem Theater für Kinder, das für sich in Anspruch nimmt, auch Erwachsene zu unterhalten. Für seine zahlreichen Bilderbücher wird er mehrfach ausgezeichnet.

Literatur/Links

 

www.remycharlipestate.org

www.theinventionofhugocabret.com/about_remycharlip darin : sein Essay "The Page is a Door"

 

 

 

 

Zurück zur Sammlung