Luigi Veronesi (1908 – 1998)

I Colori. Colors

Mantua: Corraini Editore, 1997

[16] Bl., farb. Abb.

21,8 x 30,5 cm, HL., farb. Pappe

engl. Text

 

OA: Mailand: M.A.Denti Editore, 1945

 

NA: Mailand. Emme Edizioni, 1978

Das Buch und seine Geschichte

Das Farbenbuch ist im gleichen Jahr wie das Zahlenbuch entstanden und ist im Zusammenhang mit diesem zu sehen. Es beginnt mit gezeichneten Objekten und ihren Lokalfarben, einem gelben Küken, einer roten Mohnblume bis zur violetten Pflaume. Darauf folgt ein weißes Quadrat, dann ein gelbes Dreieck auf dem weißen Quadrat. Dazu erzählt der knappe Text von den Eigenschaften der Farbflächen. Ein weißes Quadrat ist klar wie das Licht, heißt es im knappen Text. Ein blauer Ball versetzt zwei gelbe Dreiecke in Schrecken, andere Farbflächen kommen hinzu, bewegen sich aufeinander zu und schieben sich übereinander, bis Mischfarben entstehen und die bunten Flächen allmählich zu einer schwarzen Seite werden.

So wird aus dem Farbenbuch eine kleine Farbenlehre. Die kleinen und größeren geometrischen Formen, Balken, Rechteck, Dreieck und Kreis, scheinen sich über die weißen Bildseiten zu bewegen und lassen dabei abstrakte Bilder voller Dynamik entstehen. Veronesi spielt nicht nur mit Farben und Formen, sondern zugleich mit der weißen, quadratischen Fläche auf der Buchseite. Darin ähnelt dieses Farbenbuch dem Grundprinzip vieler seiner abstrakten Bilder.

 

Kurzvita

Luigi Veronesi, geboren 1908 in Mailand, gestorben 1998 ebenda, war Maler, Grafiker, Fotograf und Filmemacher und gilt als prominenter Vertreter der konstruktiven Kunst Italiens. Bereits als Schüler beginnt er eine private Ausbildung als Zeichner. Später wechselt er auf das angesehene Polytechnicum Mailand, wo er Textilzeichnen und Malerei studiert. Ab 1932 wendet er sich der abstrakten Kunst zu und nimmt 1935 an einer ersten Ausstellung der italienischen abstrakten Künstler in Turin teil. In diesen Jahren entstehen verschiedene abstrakte Filme und bemalte Fotogramme. 1948 tritt er der Gruppe MAC (Movimento Arte Concreta) bei, der auch Bruno Munari angehört.

 

In seiner Malerei widmet er sich besonders geometrischen Formen, verbindet diese in den 50er Jahren häufiger auch mit organischer Formgestaltung und weichen Farbmodulationen. Veronesi übt lange Jahre eine Lehrtätigkeit in den Bereichen Komposition und Farbenlehre in Venedig und Brera/Mailand aus.

Literatur/Links

Klaus Holbert (ed.). Luigi Veronesi. Rationalistische Abstraktion / Rationalistic abstractions. 1927–1996. Institut Mathildenhöhe Darmstadt, Mazzotta, 1997

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