Paul Rand (1914 – 1996)

I know a lot of things

By Ann & Paul Rand,

San Francisco: Chronicle Books, 2009

[18 ] Bl., Collagen mit farb. Papieren, Mischtechnik

26 x 21,5 cm, Pb. mit Schutzumschlag

 

OA: New York: Hartcourt, Brace and World, Inc., 1956

 

Das Buch und seine Geschichte

In einer Phase der beruflichen und künstlerischen Neuorientierung beginnt Paul Rand sein erstes von vier Bilderbüchern zu gestalten: „I know a lot of things“. Es ist seiner damals dreijährigenTochter Catherine gewidmet und in Zusammenarbeit mit seiner Frau Ann, die die Texte schrieb, entstanden. Geprägt von der klaren Handschrift des damals schon renommierten Grafikers, Buchgestalters und Designers, besticht das Buch durch eine muntere Farbigkeit, klare, großflächige Bilder, die an Plakate denken lassen und die in Verbindung mit den kurzen Texten stets überraschenden Bildmotive. Die einfachen, teils gereimten Texte von Ann Rand, die die selbstbewussten Sätze eines kleinen Kindes, das schon ganz viel weiß, wieder zu geben scheinen, haben den Künstler zu einer spielerischen, das kindliche Erleben spiegelnden Gestaltungsform geführt. Collagen mit teils stark farbigen Papieren, Wechsel von teils geschnittenen, teils gerissenen Kanten, gelegentliche Pinselspuren und ein abwechslungsreiches Farbenspiel entsprechen den völlig ungeordneten Einfällen des Kindes und verleihen dem Buch eine heitere, poetische Note.  

Kurzvita

Paul Rand, geboren 1914 in Brooklyn, New York, gestorben 1996 in Norwalk, Connecticut, gilt als einer der bekanntesten und einflußreichsten Grafikdesigner im New York der 50er bis 70er Jahre.

 

Seine Ausbildung erfolgt von 1929 bis 1932 am Pratt Institute, an der Parsons School of Design und 1933 an der Arts Students League in Manhattan, New York, an der George Grosz einen Zeichenkurs leitet. Später arbeitet Rand als Art Director und Werbeberater großer Firmen in New York. So entwirft er 1956 das Firmenlogo für IBM und 1961 für UPS und später für weitere Auftraggeber. Er gestaltet Buchumschläge, Werbegrafik und Cover für Zeitschriften. Viele Jahre lehrt er Grafikdesign an der Universität von Yale. Rand sieht sich stark beeinflusst von der europäischen Avantgarde der 20er und 30er Jahre - Bauhaus, Konstruktivismus, von kubistischen Collagen, Dada und der zeitgenössischen, europäischen Typografie - und dem Credo, dass Kunst und Design untrennbar seien. Er bewundert besonders Laszlo Moholy -Nagy, Kurt Schwitters und El Lissitzky und ist befreundet mit Leo Lionni.

 

In seiner Werbegrafik sucht Rand ästhetische Perfektion mit einer deutlichen Kommunikation zu verbinden. Seine formalen Mittel reichen von gezeichneten Kritzeleien über Collagen mit Farbflächen oder Fotos bis zu einem ausgeprägten, typografischen Spiel, das in ein strenges tektonisches Raster eingebunden ist. 2015 widmet ihm das Museum of the City of New York eine große Retrospektive. Paul Rand verdanken wir eine Reihe theoretischer Schriften, darunter die Feststellung, dass seine Arbeit für Kinder sich nicht von der für Erwachsene unterscheidet.

Literatur/Links

Offizielle Homepage

 

Steven Heller, Paul Rand

London: Phaidon, 1999

Mainz: Hermann Schmidt, 1999 (dt. Ausgabe)

 

Barbara Bader, American Picturebooks, New York: Macmillan, 1976,

S. 338 ff.

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