Élisabeth Ivanovsky (1910 - 2006)

Les très petits d’Élisabeth Ivanovsky

Vingt-quatre petits livres parus entre 1942 et 1946

aux éditions des Artistes.

Un Vingt-cinquième qui raconte leur histoire.

(24 kleine Hefte, erschienen zwischen 1942 und1946 bei

Éditions des Artistes. Heft Nr. 25 erzählt die Editionsgeschichte

Nantes: Éditions MeMo, 2007

jeweils [10] Bl., verschiedene Techniken

6,5 x 8 cm, Pappschuber

..."I will never cease to wonder at this mystery of the transformation of the word into an image."
Das Buch und seine Geschichte

1942 erscheinen sechs kleine Hefte in der “Collection Pomme d’Api“ (rotbackiger Apfel) bei der Éditions des Artistes in Brüssel mit Texten von René Meurant, Lyriker und Ehemann von Ivanovsky, die der Drucker Georges Hoyoux herausbringt. Der große Erfolg machte weitere Serien möglich. Bis 1946 erscheinen insgesamt 24 Hefte, die die Éditions MeMo jetzt nachgedruckt hat.

 

Die kleinen Geschichten spielen sowohl mit bekannten Motiven, mit Nonsense und Reimvergnügen als auch mit Abc- oder Zählformen. Sie sind stets mit einem handschriftlichen Text versehen, der oft um die Illustrationen herumgelegt ist. Auf diese Weise bilden Text und Bild eine Einheit. Die Künstlerin zeichnet, koloriert sparsam oder malt flächig ohne Strichkonturen. Meist gebraucht sie Grundfarben, weniger Mischfarben. Die Illustrationen spiegeln den Stil der neuen Sachlichkeit verbunden mit dem freieren Kolorit und Lineament, die für die 50er Jahre kennzeichnend werden. Häufig scheinen auch Elemente russischer Folklore auf. Die Illustrationen nehmen den Witz der Texte des belgischen Lyrikers Meurant auf durch ein freies Formenspiel der Kennzeichnung von Tieren und Figuren und pointieren Haltungen und Eigenschaften. Die Bilder sind vielfältige Variationen kleiner bildnerischer Kabinettstückchen, schwungvoll und ohne sich allzu kindlich zu geben.

 

Diese „Très Petits“, also die „Sehr Kleinen“, müssen als Vorläufer der Pixi-Serie angesehen werden, freilich ohne den Kunstanspruch des belgischen Autors und der Zeichnerin Élisabeth Ivanovsky zu übernehmen. In Kanada und USA erscheinen die ersten kleinformatigen Pixie-Heftchen 1948, in Deutschland stellt der Däne Per Carlsen die ersten Lizenzausgaben 1954 in seinem neu gegründeten Carlsen Verlag vor.

Kurzvita

Élisabeth Ivanovsky, geboren 1910 in Bessarabien, gestorben 2006 in Brüssel. Sie arbeitet als Malerin, Grafikerin und wird später vor allem als Illustratorin bekannt.

 

Ivanovsky studiert zunächst an der Kunsthochschule der Hauptstadt Kischinew, die 1919 Rumänien zugeschlagen wird. Mit 22 Jahren emigriert sie nach Brüssel und studiert dort an der belgischen Kunstschule „La Cambre“, gegründet 1927 von Henry van de Velde als belgisches „Bauhaus“. Sie widmet sich der Landschafts- und Porträtmalerei und arbeitet als Druckgrafikerin und Bühnenbildnerin. Ihr besonderes Interesse gilt der Pochoir-Technik (Schablonentechnik) und der Monotypie. 1944 heiratet sie den belgischen Schriftsteller René Meurant und erwirbt die belgische Staatsbürgerschaft. Mit ihm hat sie drei Kinder. Bekannt wird sie später vor allem als Illustratorin von Kinderbüchern, häufig für sehr kleine Kinder. In Belgien gilt sie als einflussreiche Illustratorin mit einem umfangreichen Werk von mehr als 300 Titeln in über 20 Sprachen

 

The simplest approach is to consider the blank page of a book as a stage on which the illustrator places everything that has been discovered in the text. (...) I will never cease to wonder at this mystery of the transformation of the word into an image. (Panorama, S. 68)   

Literatur/Links

Panorama. 40 Illustrateurs de Wallonie et de Bruxelles, Brüssel, 2007

Sur la page blanche, tout est possible, Élisabeth Ivanovsky, Georges Meurant, MéMo, Paris 2017.

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