Hap Grieshaber (1909 - 1981)

Lichtputzschere

München: Parabel Verlag 1971

[8] Bl. (Hartpappe), incl. Titelblatt,

farbige Holzschnitte,

23,8 x 29,0 cm, Pd., 

Das Buch und seine Geschichte

Über die Entstehungsgeschichte dieses Buches ist nichts zu ermitteln. Es lehnt sich in Art und Stil dem frühen „Herzauge“ an und könnte auch für die kleine Ricca gedacht gewesen sein.

 

Auch in diesem Buch scheinen die kurzen Texte eher Bildtitel zu den Holzschnitten zu sein, als „Lesetexte“. Wir treffen auf einen Riesen, dem vier Kleine mit einem mächtigen Baumstamm zu Leibe rücken, ein Wolf reißt ein Schaf oder eine mächtige Hexe sammelt Pilze. Auch in diesen Bildern geht es um das Spiel mit der Fantasie, das Vorstellen von Geschichten, die von den Bildseiten ausgelöst werden und jeweils vom Betrachter abhängen. Kein Leser sieht dasselbe Bild, auch wenn es sich um „einen Riesen und vier Kleine“ handelt.

 

Der abstrahierende Holzschnitt in seiner das Figürliche oder Gegenständliche nur andeutenden Form regt den Betrachter, ob Kind oder Erwachsener, zur Erfindung einer eigenen Geschichte an. 

Kurzvita

HAP (Helmut Andreas Paul) Grieshaber, geboren 1909 in Rot an der Rot, gestorben 1981 in Eningen bei Reutlingen. Maler, Grafiker, Drucker und Holzschneider. Bekannt wird er vor allem durch seine großflächigen Farbholzschnitte für Mappenwerke, Buchillustrationen und Wandbilder. Er nimmt dreimal (1955, 1959 und 1964) an der Kasseler Documenta teil.

 

Nach einer Schriftsetzerlehre studiert er von 1926 bis 1928 Kalligraphie an der Staatlichen Kunstgewerbeschule in Stuttgart. Fortsetzung der Studien in London, Paris, Ägypten und Griechenland. Nach 1933 wird er mit Berufsverbot durch die Nationalsozialisten belegt. Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft lebt er auf der schwäbischen Achalm und schafft ab 1946 ein umfangreiches Werk. Er lehrt an der Kunstakademie in Karlsruhe und später an der Akademie der Künste in Berlin.

 

Durch seine Bevorzugung druckgrafischer Techniken, d.h. der impliziten Vervielfältigung seiner Arbeiten ohne Qualitätsverlust, erlangt er große Bekanntheit. In seinen Holzschnitten ist das Gegenständliche nur soweit abstrahiert, dass Figuren und Gegenstände trotz starker Vereinfachung erkennbar bleiben.

Literatur/Links

Offizielle Homepage

 

Margot Fürst (hrsg.), Grieshaber. Das Werk, Stuttgart: Cantz 1989

 

Paul Swiridoyy. Die Holzwege des HAP Grieshaber, Künzelsau 1999

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