Paul Rand (1914 – 1996)

Listen! Listen!

Ann & Paul Rand

New York: Princeton Architectural Press, 2016

32 S., Collagen mit farb. Papieren

26 x 22 cm, Pd., Schutzumschlag

 

OA: New York: Hartcourt, Brace and World, 1970

Das Buch und seine Geschichte

Dieses letzte seiner Bilderbücher widmet Rand erneut seiner Tochter („For Cath“), die damals schon lange dem sogenannten Bilderbuchalter entwachsen sein muss. Hier geht es um Töne und Geräusche und das, was man nicht hört, wie beispielsweise Schnee, und es geht vor allem um die eigenen Vorstellungen, die die Betrachter und Leser der geschnittenen buntfarbigen Bildmotive und der integrierten Textblöcke selbst entwickeln. Und um Gegensätze wie das leise Plop eines Wassertropfens, das Brüllen eines Tieres, das mit einer Doppelseite voller R für Roar vorstellbar wird und erklärt wird mit:“ the roar was mine when I pretend to be a lion.“ Es klackern Münzen im Sparschwein oder wir hören Hammerschläge, wie wenn man eine Kiste baut. Auch dieses Buch lebt von Überraschungen und vom weniger Naheliegenden. Zum Schluss gibt es dann noch eine schöne Pointe. Das Geräusch, das mir am besten gefällt, so heißt es, ist dasjenige, das ich höre, wenn morgens die Welt aufwacht. „It’s a wonderful mixed sound, it comes from all around. Listen...“ dazu sehen wir einen großen grünen Frosch, eine kleine schwarze Lokomotive, einen roten Hahn, Vögel, eine Glocke als Einladung, uns vorzustellen, was wir morgens früh hören. Wie alle seine Bilderbücher ist auch dieses geprägt von Rands an Grundprinzipien eines illustrativen Designs geschulter Überzeugung. Die Lesbarkeit der Bilder misst sich am Einfachen, an intuitiv erfassbaren Grundformen, die der Betrachter mit eigenen Wahrnehmungen verbindet und mit Bedeutung auflädt.

Kurzvita

Paul Rand, geboren 1914 in Brooklyn, New York, gestorben 1996 in Norwalk, Connecticut, gilt als einer der bekanntesten und einflußreichsten Grafikdesigner im New York der 50er bis 70er Jahre.

 

Seine Ausbildung erfolgt von 1929 bis 1932 am Pratt Institute, an der Parsons School of Design und 1933 an der Arts Students League in Manhattan, New York, an der George Grosz einen Zeichenkurs leitet. Später arbeitet Rand als Art Director und Werbeberater großer Firmen in New York. So entwirft er 1956 das Firmenlogo für IBM und 1961 für UPS und später für weitere Auftraggeber. Er gestaltet Buchumschläge, Werbegrafik und Cover für Zeitschriften. Viele Jahre lehrt er Grafikdesign an der Universität von Yale. Rand sieht sich stark beeinflusst von der europäischen Avantgarde der 20er und 30er Jahre - Bauhaus, Konstruktivismus, von kubistischen Collagen, Dada und der zeitgenössischen, europäischen Typografie - und dem Credo, dass Kunst und Design untrennbar seien. Er bewundert besonders Laszlo Moholy -Nagy, Kurt Schwitters und El Lissitzky und ist befreundet mit Leo Lionni.

 

In seiner Werbegrafik sucht Rand ästhetische Perfektion mit einer deutlichen Kommunikation zu verbinden. Seine formalen Mittel reichen von gezeichneten Kritzeleien über Collagen mit Farbflächen oder Fotos bis zu einem ausgeprägten, typografischen Spiel, das in ein strenges tektonisches Raster eingebunden ist. 2015 widmet ihm das Museum of the City of New York eine große Retrospektive. Paul Rand verdanken wir eine Reihe theoretischer Schriften, darunter die Feststellung, dass seine Arbeit für Kinder sich nicht von der für Erwachsene unterscheidet.

Literatur/Links

Offizielle Homepage

 

Steven Heller, Paul Rand

London: Phaidon, 1999

Mainz: Hermann Schmidt, 1999 (dt. Ausgabe)

 

Barbara Bader, American Picturebooks, New York: Macmillan, 1976, S. 338 ff.

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