Paul Rand (1914 – 1996)

Little 1. Piccolo 1

(italien. Ausgabe)

Ann & Paul Rand

Mantua: Edizioni Corraini, 2005

[18 } Bl., Collage, farb. Papiere, Federzeichnung

25,5 x 22 cm, Pd., Schutzumschlag

 

OA: New York: Hartcourt, Brace and World, 1962

 

Das Buch und seine Geschichte

Diese Geschichte übers Alleinsein und die Suche nach Gesellschaft ist auch ein Buch über Zahlen. Little 1, macht sich auf, trifft zwei Birnen, die lieber zu zweit bleiben wollen: „2 is company, but 2 plus 1 is 3, and that would be a crowd.“ Drei kleine Bären nehmen ein Sonnenbad. Sie stört Little 1 gar nicht erst. 4 Bienen bietet er seine Hilfe an, aber auch sie lehnen ab. So geht es von Seite zu Seite weiter: 5 Regenschirme, 6 Ameisen, 7 Mäuse, 8 Bücher, 9 Fische. Dann rollt ein roter Reifen herbei, der Little 1 seinerseits zum Spiel einlädt. Doch Little 1 antwortet: Aber ich bin nur einer. Der Reifen erklärt, er könne auch eine Null sein und zusammen seien sie 10. Auf der letzten Seite gibt es ein lustiges Herumtollen, veranschaulicht mit einer gestrichelten Linie. Little 1 hat einen Freund gefunden und ist nicht länger allein. Die kleinen Leser haben Spaß an den Zahlen und den Bildern, die Gegenstände und Tiere in gänzlich ungeordnetem, von Seite zu Seite überraschendem Zusammenhang zeigen.

 

Mit einfachen grafischen Mitteln wie Strichzeichnung und geschnittenen, farbigen Flächen, die auf weißem Grund zu schweben scheinen, erzeugt Paul Rand einen besonderen Rhythmus, der den Textfluss aufnimmt und unterstützt.

Kurzvita

Paul Rand, geboren 1914 in Brooklyn, New York, gestorben 1996 in Norwalk, Connecticut, gilt als einer der bekanntesten und einflußreichsten Grafikdesigner im New York der 50er bis 70er Jahre.

 

Seine Ausbildung erfolgt von 1929 bis 1932 am Pratt Institute, an der Parsons School of Design und 1933 an der Arts Students League in Manhattan, New York, an der George Grosz einen Zeichenkurs leitet. Später arbeitet Rand als Art Director und Werbeberater großer Firmen in New York. So entwirft er 1956 das Firmenlogo für IBM und 1961 für UPS und später für weitere Auftraggeber. Er gestaltet Buchumschläge, Werbegrafik und Cover für Zeitschriften. Viele Jahre lehrt er Grafikdesign an der Universität von Yale. Rand sieht sich stark beeinflusst von der europäischen Avantgarde der 20er und 30er Jahre - Bauhaus, Konstruktivismus, von kubistischen Collagen, Dada und der zeitgenössischen, europäischen Typografie - und dem Credo, dass Kunst und Design untrennbar seien. Er bewundert besonders Laszlo Moholy -Nagy, Kurt Schwitters und El Lissitzky und ist befreundet mit Leo Lionni.

 

In seiner Werbegrafik sucht Rand ästhetische Perfektion mit einer deutlichen Kommunikation zu verbinden. Seine formalen Mittel reichen von gezeichneten Kritzeleien über Collagen mit Farbflächen oder Fotos bis zu einem ausgeprägten, typografischen Spiel, das in ein strenges tektonisches Raster eingebunden ist. 2015 widmet ihm das Museum of the City of New York eine große Retrospektive. Paul Rand verdanken wir eine Reihe theoretischer Schriften, darunter die Feststellung, dass seine Arbeit für Kinder sich nicht von der für Erwachsene unterscheidet.

Literatur/Links

Offizielle Homepage

 

Steven Heller, Paul Rand

London: Phaidon, 1999

Mainz: Hermann Schmidt, 1999 (dt. Ausgabe)

 

Barbara Bader, American Picturebooks, New York: Macmillan, 1976, S. 338 ff.

Zurück zur Sammlung