Julie Safirstein (geb. 1977)

Poisson d’avril

(Aprilfisch)

Poésies dessinées (Gezeichnete Gedichte)
Text Boris Vian
Paris: Maeght Éditeur 2012
Leporello, 8 Doppelseiten, Originallithographie
22 x 17 cm, 3 mm starke Hartpappe
Teil einer dreibändigen Ausgabe

Das Buch und seine Geschichte

Das kleine Gedicht des dem französischen Existentialismus zugerechneten Schriftstellers und Lyrikers scheint über die sich im Zickzack auffaltenden Seiten zu fließen. Die große, rote Fischform mit unregelmäßigen Konturen auf dem Buchdeckel ist Ausgangsbild für eine imaginierte Reise - der Schrift-und der Bildmotive. Farbwechsel und freie Formen begleiten die Gedichtzeilen, die als bewegliche Wörter einem eigenen Duktus zu folgen scheinen. Die Künstlerin spielt mit dem Motiv des Buches, indem sie ihm eine ungewohnte, angenehme Stofflichkeit verleiht: dicke Hartpappe als Deckel und ein schweres Papier in gleicher Farbe, auf dem sich Schrift und Bildformen beim Blättern auf immer andere Weise entfalten.

 

Der Betrachter und Leser begegnet einer imaginierten Welt der Sprache und des Bildes und fühlt sich unmittelbar angesprochen, eigenen Vorstellungen, Träumen und Assoziationen zu folgen. Die Künstlerin nimmt den poetischen Text zum Ausgangspunkt für ein Künstlerbuch für Kinder, das ihnen die Welt der Kunst näherbringend kann.

Kurzvita

Julie Safirstein, geboren 1977 in Paris, lebt und arbeitet dort als Malerin, Buch- und Papierkünstlerin. 

Nach ihrer Ausbildung an der École des Beaux Arts in Marseille beginnt sie in Paris als freie Künstlerin mit Malateliers und Kunstworkshops für Kinder. Ihr Interesse an der Verbindung von freier Kunst und Texten führt sie zu einer intensiven Beschäftigung mit buchkünstlerischer Arbeit. Ihre ersten Künstlerbücher bringt die bekannte Galerie Maeght Éditeur heraus. Drei Leporello-Faltbücher mit Originallithographien der Künstlerin zu Gedichten erscheinen 2012 unter dem Reihentitel „Poésies dessinées“. Mit dieser Serie knüpft die berühmte Galerie Maeght an die Originaldruck-Leporellos von Warja Honegger-Lavater an, die seit 1965 bis in die 90er Jahre in der Galerie-eigenen Druckerei erschienen. 

Ein Jahr später erscheint das großformatige Falt-Klappbuch „Le Jour, la nuit, tout autour“. In letzter Zeit gilt das Interesse der Künstlerin verstärkt den haptischen Eigenschaften des Papiers und führt zu dreidimensionalen Bildobjekten, häufig in Verbindung mit farbigen Akzenten in Gouachetechnik.

Literatur/Links
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