William Wondriska (geb. 1931)

Puff

New York: Universe, 2015

[18] Bl., Mischtechnik, Buchstabenbilder

26,2 x 16,2 cm, Ln, farb. Schutzumschlag

 

OA: Pantheon, 1960

Das Buch und seine Geschichte

Das schmale, hochformatige Buch zählt zu den Designklassikern der frühen 1960er Jahre in den USA, als Grafik-Designer, Zeichner und Verleger in einer Art Aufbruchstimmung ebenso experimentierfreudig sind wie die gesamte Kunstszene. Es ist mehrfach wieder aufgelegt worden und in der Originalausgabe ein beliebtes Sammlerstück.

 

Erzählt wird mit kühnen plakativen Mitteln die Geschichte einer kleinen Dampflok, die auf einem Abstellplatz von großen Taten träumt. Auf einer diagonalen Linie fährt sie mühelos den Berg hinauf und wieder hinunter, sie dampft nach Ägypten, Indien und Frankreich – veranschaulicht durch Pyramide, Tadsch Mahal und Eifelturm – und träumt sogar, sie wäre die erste Lok im Weltraum, als ein Schneesturm ihr zu dem ersehnten Einsatz verhilft. Jetzt finden sich plötzlich schwarzgrundige Seiten voller weißer Schneegebilde. Eine Diesellok, die Waggons mit Zirkustieren befördert, kann nicht weiterfahren und Puff, die kleine Dampflok, zieht die Waggons aus der Dunkelheit in die nächste Stadt. Die Tiere sind gerettet und Puff hat das wunderbare Gefühl, dass sie etwas sehr Besonderes vollbracht hat.

 

In den Farben rot, schwarz und weiß gestaltet der Künstler eine Welt der Formen, Buchstaben und gezeichneten Gegenständen, die zusammen ein anrührendes Märchen erzählen. Die als streng grafisches Element stilisierte Dampflok mit den Buchstaben PUFF, die aus dem Schornstein zu kommen scheinen, wirkt wie ein Signet, das sich in eine phantastische Geschichte verirrt hat. Dieser Spannung verdankt sich die große Wirkung dieses Designklassikers.

Kurzvita

William Wondriska, geb. 1931 in Oak Park, Ill., gest. 2016 in Concord, Mass., zählt zu den bekanntesten Grafik-Designern der USA. Er studiert an der Yale School of Art und am Art Institut in Chicago und gründet 1961 seine eigene Werbeagentur, die für große amerikanische Firmen und Institutionen wie Disney oder die Boston Symphoniker das Erscheinungsbild erarbeitet. Aus seiner Abschlußarbeit 1955 in Yale entsteht das Bilderbuch „Toot –The Sound of Things“, das 1958 erscheint, und den Grundstein für weitere zehn Bilderbücher legt.

Literatur/Links
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