Andy Warhol (1928 – 1987)

So many stars

New York: Mudpuppy/ Galison Books, 2014

[15 ] Bl., farbige Abb., Stempeldruck, Tusche

12,5 x 16 cm, durchgehend Hartpappe

Das Buch und seine Geschichte

Dieses Pappbilderbuch ist dem Kinderbuchprojekt „So“ nachgestaltet, an dem Warhol um das Jahr 1958 gearbeitet hat. Es blieb aus bisher nicht geklärten Umständen unveröffentlicht, wird allerdings von der Forschung ( Reading Andy Warhol) im Zusammenhang mit dem Malbuch für die Lederwarenfirma Fleming-Joffe von 1961 gesehen und entsprechend datiert. Von den insgesamt 15 Bildseiten sind die folgenden sechs unverändert abgedruckt: So many stars, So sweet, So happy, So lonely, So Sunny, I Love You So. Alle anderen werden im beigefügten Verzeichnis als modifiziert bezeichnet.

 

Die Formate aller Bilder sind nahezu identisch, so dass eine Zusammenstellung in der vorliegenden Form plausibel erscheint. Die Bilder vermitteln einen guten Eindruck von Warhols spielerischer Beschäftigung mit Arbeiten für Kinder. Der Katalog „Reading Andy Warhol“ macht zudem deutlich, dass Warhol stilistisch und technisch zu dieser Zeit keinen Unterschied macht zwischen Werbezeichnung und Kinderbuchillustration. Ob die Formulierungen um das kleine Wort „So“ von Warhol oder von jemand anderem stammen, ist nicht abschließend zu beurteilen.

Kurzvita

Andy Warhol, geboren 1928 in Pittsburg, Pennsylvania, gestorben 1987 in New York City, gilt als bekanntester und wichtigster Vertreter der us-amerikanischen Pop-Art. Er arbeitet als Grafik-Designer, Maler und Filmemacher und betreibt seit Mitte der 60er Jahre seine „Factory“, eine Art Experimentierwerkstatt, in dem sein umfangreiches Werk zusammen mit Freunden und Mitarbeitern entsteht.

 

Von 1945 bis 1949 studiert Warhol am Carnegie Institute of Technology in seiner Geburtsstadt. Anschließend lebt er in New York, zunächst als erfolgreicher Werbegrafiker. Mit Beginn der 60er Jahre entdeckt er für sich die Technik des Siebdrucks, die ihm vielfältiges, serielles Arbeiten ermöglicht. Es entstehen seine berühmten Bilder mit in den USA allgegenwärtigen Motiven aus der Werbung: Campbell’s Suppendosen oder Coca-Cola-Flaschen, außerdem vielfach wiederholte Porträts nach Pressefotos bekannter Personen wie Marilyn Monroe oder Elvis Presley. Nach 1968 wendet er sich wieder verstärkt der Acrylmalerei und dem Siebdruck zu, die nach selbst gefertigten Polaroidfotos entstehen. Sein Thema bleibt die populäre Massenkonsumkultur, deren Allgegenwärtigkeit er durch die Produktion in seiner Factory wiederholt.

 

In den 50er Jahren beschäftigt sich Warhol viel mit grafischen Techniken, illustriert Bücher , darunter auch unveröffentlichte Kinderbuchprojekte, und gestaltet eigene Künstlerbücher. Gegen Ende der 50er Jahre erscheinen seine ersten gedruckten Kinderbuchillustrationen für den Buchclub von Doubleday. Für insgesamt sechs der 42 Bände umfassenden Reihe „Best in Children’s Books“ illustriert er jeweils eine Geschichte. Bei diesen eher herkömmlich anmutenden Zeichnungen dominiert die Konturlinie, doch beginnt er gleichzeitig seine „broken line“, eine gelegentlich abgesetzte Konturlinie, einzusetzen, um mehr Beweglichkeit und Spontaneität zu erzielen.

Literatur/Links

The Andy Warhol Museum 

 

Kunst – ein Kinderspiel

Max Hollein, Gunda Luyken (Hrsg.)

Ausstellungskatalog Schirn Kunsthalle Frankfurt/M., 2004

Frankfurt/Main: Revolver-Archiv für aktuelle Kunst, 2004

 

Reading Andy Warhol

Ausstellungskatalog Museum Brandhorst München

Ostfildern: Hatje Cantz, 2013

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