Paul Rand (1914 – 1996)

Sparkle and Spin

A book about words.

By Ann & Paul Rand

San Francisco: Chronicle Books, 2006

[18] Bl., Collagen, Typograph. Elemente, Feder, farb. Kreide

26 x 22 cm, Pd. mit Schutzumschlag

 

OA: New York: Hartcourt, Brace and World, Inc., 1957

Das Buch und seine Geschichte

Mit diesem Buch erhält Rand besondere Anerkennung als eines der „Ten Best Illustrated Books of the Year“ der „New York Times“ und auch die „New York Herald Tribune Book Review“ lobt es überschwänglich.

 

Rand wagt mit seinem zweiten Buch größere Experimente, indem er die Seitenabfolge vielfältiger gestaltet, starke typografische Akzente setzt und für das Thema – die Kraft der Wörter - überzeugend einfache Bilder findet. Die Widmung „to all children who like ice cream“, die handschriftlich klein in der oberen, rechten Ecke auf dem Vorsatzblatt zu finden ist, darunter eine Eistüte, lässt die heitere Grundstimmung dieses Bilderbuchs anklingen. „Sparkle and Spin“, was soviel wie glitzern und wirbeln meint, werden hier ganz buchstäblich die Wörter und Bildelemente. Der Text beginnt mit der Frage:“ What are words?“, gedruckt auf knallrotem Grund, gegenüber gibt es einen aus geometrischen Formen zusammengesetzten Kinderkopf mit einem Dreieckshut aus Zeitungspapier. Auf den nächsten Seiten folgen viele Antworten: Wörter sind Namen von Dingen, von Tieren, von Freunden. Wörter sagen auch, was man tun kann oder wie sich etwas anfühlt und vieles mehr. Die klaren Montagen aus geschnittenen, farbigen Papieren oder Buchstaben in unterschiedlicher Typografie, akzentuiert von Federstrichen, verstärken die Wirkung der Textzeilen, die möglicherweise das Vorschulkind Catherine im Blick haben. Sie wollen vorgelesen oder laut gesprochen werden, um ihre Melodie voll entfalten zu können. Während die Augen auf den buntfarbigen Doppelseiten auf Entdeckungsreise gehen, klingen die Wörter wie ein kleines Lied als Hintergrundmusik.  

Kurzvita

Paul Rand, geboren 1914 in Brooklyn, New York, gestorben 1996 in Norwalk, Connecticut, gilt als einer der bekanntesten und einflußreichsten Grafikdesigner im New York der 50er bis 70er Jahre.

 

Seine Ausbildung erfolgt von 1929 bis 1932 am Pratt Institute, an der Parsons School of Design und 1933 an der Arts Students League in Manhattan, New York, an der George Grosz einen Zeichenkurs leitet. Später arbeitet Rand als Art Director und Werbeberater großer Firmen in New York. So entwirft er 1956 das Firmenlogo für IBM und 1961 für UPS und später für weitere Auftraggeber. Er gestaltet Buchumschläge, Werbegrafik und Cover für Zeitschriften. Viele Jahre lehrt er Grafikdesign an der Universität von Yale. Rand sieht sich stark beeinflusst von der europäischen Avantgarde der 20er und 30er Jahre - Bauhaus, Konstruktivismus, von kubistischen Collagen, Dada und der zeitgenössischen, europäischen Typografie - und dem Credo, dass Kunst und Design untrennbar seien. Er bewundert besonders Laszlo Moholy -Nagy, Kurt Schwitters und El Lissitzky und ist befreundet mit Leo Lionni.

 

In seiner Werbegrafik sucht Rand ästhetische Perfektion mit einer deutlichen Kommunikation zu verbinden. Seine formalen Mittel reichen von gezeichneten Kritzeleien über Collagen mit Farbflächen oder Fotos bis zu einem ausgeprägten, typografischen Spiel, das in ein strenges tektonisches Raster eingebunden ist. 2015 widmet ihm das Museum of the City of New York eine große Retrospektive. Paul Rand verdanken wir eine Reihe theoretischer Schriften, darunter die Feststellung, dass seine Arbeit für Kinder sich nicht von der für Erwachsene unterscheidet.

Literatur/Links

Offizielle Homepage

 

Steven Heller, Paul Rand

London: Phaidon, 1999

Mainz: Hermann Schmidt, 1999 (dt. Ausgabe)

 

Barbara Bader, American Picturebooks, New York: Macmillan, 1976, S. 338 ff.

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