Antonio Frasconi (1919 - 2013)

The House that Jack Built

A picture book in two languages, Text in Englisch und Französisch

New York: Harcourt, Brace, 1958

[16] Bl., farb. Holzschnitte

26,8 x 21 cm, Pb., farb. Schutzumschlag

 

Auf der Impressumsseite findet sich die Widmung „For our two builders Pablo & Miguel“, ausgeführt vom Künstler in Holzschnitttechnik
Das Buch und seine Geschichte

Der Text folgt einem alten, in englischsprachigen Ländern weithin aus den „Mother Goose“-Büchern bekannten Kinderreim. Durch Wiederholungen der jeweils vorhergehenden Zeilen wird der Text immer länger und schließlich zum Zungenbrecher. Die relativ streng wirkenden, schwarzen Flächen, groben Umrisse und Binnenstrukturen der Figuren und Gegenstände stehen der heiteren Textstruktur ebenso entgegen wie die Farben: Schwarz, weiß, pink, gelb und ein helles Grün lassen keinen Zweifel aufkommen. Hier handelt es sich um eine „verrückte“ Nonsense-Geschichte, die die ungeteilte Aufmerksamkeit der Leser geradezu einfordert. Wann hat man schon einmal einen einfachen Klappbock auf dem Titel eines Bilderbuchs gesehen? Er bildet den Rahmen für die zwei Drittel der Fläche bedeckende, negativ ausgesparte und farbig unterlegte Schrift des Titels „The House that Jack Built“.

 

Diesem Buch ist die große künstlerische Sorgfalt anzumerken, mit der sich Frasconi der Aufgabe, ein Bilderbuch für seine Kinder zu gestalten, gewidmet hat. Es gibt verschiedene Doppelseiten mit großformatigen Figuren, z.B. einer schwarzmelierten Katze, die sich die Zunge leckt voller Nachgeschmack der Ratte, die auf einem gelben Farbfeld wie eine Art Medaille auf ihrer Brust zu sehen ist. Das Ganze dient dem kleinen Vers: „That ist he Cat/That killed the Rat/That ate the Malt/That lay in the House that Jack Built.“ Nachdem jede Textzeile in englischer und französicher Sprache wiedergegeben ist, schlüsselt er den Endvers noch einmal mit kleinen Bildern auf, um zum Schluss noch eine Reihe Fragen in Englisch anzuhängen, die auf Französisch beantwortet werden. 

Kurzvita

Antonio Frasconi, geboren 1919 in Buenos Aires, Argentinien, gestorben 2013 in New York, USA. Bekannt geworden ist er durch seine meist farbigen Holzschnitte, die er als freie Arbeiten und für Künstlerbücher, Mappenwerke und Kinderbücher gestaltet.

 

Als Sohn italienischer Einwanderer wächst Frasconi in Montevideo, Uruguay, auf. Bereits mit zwölf Jahren beginnt er eine Lehre als Drucker. Als Teenager zeichnet er Cartoons und satirische Illustrationen für Zeitungen und beginnt mit Holzschnitten zu experimentieren.1945 geht er nach New York, um an der Art Student’s League und der New School for Social Research zu studieren.

 

Seit den 50er Jahren arbeitet er nahezu ausschließlich in der Technik des Holzschnitts und der Lithographie. Berühmt wird sein Mappenwerk „Los Desaparecidos“ (Die Verschwundenen), mit dem er mit Holzschnitten und Monotypien den politisch Verfolgten und Ermordeten der Militärdiktatur seines Heimatlandes ein Denkmal setzt. Diese und andere seiner Bilder sind in vielen Museen zu finden. Aufmerksamkeit erzielte er auch mit seinen frühen Bilderbüchern für seine Söhne Pablo und Miguel.

 

Bader berichtet, dass Frasconi anfangs eine Serie von Künstlerbüchern für Pablo gefertigt hat, die jeweils als Unikat entstanden sind und nicht gedruckt wurden. Das beschriebene (Auflagen-)Buch entstanden mit Unterstützung der berühmten Verlegerin Margaret McElderry im Verlag Hartcourt, Brace, New York.

 

Literatur/Links

Barbara Bader, American Picturebooks from Noah’s Ark to the Beast Within

New York: Macmillan 1976 (bes. S.344)

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