William Nicholson (1872 – 1949)

The Pirate Twins

London: The Baynard Press, 1958

28 S., Farbzeichnungen, Gouache,

19 x 25,5 cm, Pb., farbiger Schutzumschlag

 

OA: London: Faber & Faber, 1929 (als Farblithos gedruckt)

Das Buch und seine Geschichte

Von der ersten Auflage signiert Nicholson 300 Exemplare. 1930 gibt es noch einmal eine limitierte Ausgabe von 60 signierten Exemplaren.

Nicholson widmet dieses Buch seinen beiden Töchtern Nancy, geboren 1899, und Liza, 1920. Die Pirate Twins sind nach Puppen entstanden, die Tochter Nancy als junges Mädchen aus einem schwarzen Sockenpaar hergestellt und liebevoll bestickt hatte. Diese zweite Spielzeuggeschichte ist schnell erzählt: Mary, die wir bereits aus seinem ersten Buch kennen, findet am Strand in einer großen Muschel die beiden kleinen schwarzen Piraten, nimmt sie mit nach Hause, trocknet sie, gibt ihnen zu essen und lehrt sie, wo die Milchstrasse zu finden ist, wie man tanzt und vieles andere mehr. Doch die Piratenzwillinge langweilen sich mit der Zeit und segeln schließlich fort. Zu Marys Geburtstag kommen sie jedoch stets wieder vorbei.

Auch bei diesem Buch fügt Nicholson einzeilige Texte handgeschrieben unter die Bilder mit ihren oft überraschenden, leicht überschaubaren Szenen. Er nutzt das Querformat sowohl für ovale Bildfelder als auch für rechteckige, wechselt munter Nah- und Fernsicht, spielt mit vertrauten Motiven und Bildgattungen wie Stilleben oder Seestück und erfreut den erwachsenen Leser zum Schluss auf dem inneren Buchdeckel sogar mit einer Zeichnung, die die Zwillinge Hand in Hand in einer offenen Muschel stehend zeigt - Botticellis Geburt der Venus zitierend.

Kurzvita

William Nicholson, geboren 1872 in Newark-on-Trent, gestorben 1949 in Blewbury, ist ein bekannter britischer Maler, Grafiker, Illustrator und Kinderbuchautor.

Nicholson beginnt seine Ausbildung 1884 mit privaten Zeichenstunden und studiert später an der Herkomer Kunstschule in Herfordshire. Schon früh beginnt er zusammen mit seinem Schwager James Pryde in einer Ateliergemeinschaft Werbegrafik und Plakate in einer eindrucksvoll knappen Bildsprache in der Holzschnitttechnik zu gestalten. 1896 erscheint sein erstes eigenes Buch „The Square Book of Animals“ mit 26 handkolorierten Holzschnitten zum Alphabet, bei dem er eigenen Aussagen zufolge sowohl an Erwachsene als auch Kinder denkt. Um 1900 widmet er sich verstärkt der Malerei, besonders dem Porträt. Ab den 1920er Jahren beginnt er mit Kinderbüchern, zunächst als Illustrationsauftrag.1922 illustriert er „The Velveteen Rabbit or How Toys Become Real“ von der bekannten Autorin Margery Williams in dem an Holzschnitte erinnernden Zeichenstil und einer subtilen Gouachetechnik, die er für seine beiden hier vorgestellten Bilderbücher ebenfalls verwendet. Diese Bilderbücher genießen besondere Anerkennung und werden z.B. von Maurice Sendak, hoch gelobt.

Literatur/Links

William Nicholson. The Graphic Work,

London: Barrie & Jenkins, 1992

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